Österreich wieder Erster?

„Wenn keiner weiß, was geschehen soll, sagen alle, es muss etwas geschehen“, lautet eine bekannte Sentenz des österreichischen Gesamtkunstwerkers Helmut Qualtinger. Was hätte er wohl zu dem Scherbenhaufen gesagt, den das britische Brexit-Votum uns hinterlassen hat? Kein Zweifel, um Europa ist es dieser Tage nicht gut bestellt. Der Glaube an einen gemeinsamen politischen Raum bei gleichzeitiger kultureller Vielfalt schwindet in dem Maße, in dem v.a. nationalistische Strömungen und populistisches Anti-Brüssel-Bashing den Ton angeben.

Zu den zivilgesellschaftlichen Akteuren, die das Zusammenwachsen Europas aktiv befördern möchten, zählt die gemeinnützige ERSTE Stiftung in Wien. Als größte Sparkassen-Privatstiftung Österreichs ist sie operativ v.a. in Zentral- und Südosteuropa tätig. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte liegen u.a. auf Jugendprojekten, Programmen für Journalisten und Debatten zur Zukunft Europas.

Wie nun durch das NPO&SE Kompetenzzentrum der WU Wien öffentlich verlautbart, wird die ERSTE Stiftung mit wissenschaftlicher Begleitung ein eigenes Konzept für eine Wirkungsanalyse erarbeiten:

„Das Projekt besteht aus drei Phasen. Zunächst wird ein Wirkungsmodell mit Indikatoren erarbeitet. Anschließend wird auf Basis dieses Modells ein Erhebungskonzept zur Identifizierung und wo sinnvoll möglich Messung der Wirkungen erstellt. Dieses Konzept stellt einerseits auf jährlich zu erhebende Output- und Wirkungsindikatoren und andererseits auf eine breitere Erhebung im 5-Jahres-Rhythmus ab.  Die konzeptionellen Ergebnisse werden in einem knappen Bericht übersichtlich dargestellt. Die dritte Phase beinhaltet die Begleitung bei der erstmaligen Erhebung und Analyse der identifizierten jährlich zu erhebenden Indikatoren für den Jahresbericht 2016 der ERSTE Stiftung.“

Diese konsequent wirkungsorientierte Vorgehensweise steht für einen sich andeutenden Kulturwandel im Stiftungssektor und wird den österreichisch-deutschen Wissenstransfer sicher mit neuen Erkenntnissen bereichern. Oder wie Qualtinger gesagt hätte: „Wer auf frischen Wind wartet, darf nicht verschnupft sein, wenn er kommt.“

Social Reporting Standard | Wirkungsorientierte Berichterstattung für soziale Organisationen